3. EINTRAG: Konzeptentwicklung und Storyboard

Ende Januar schickte ich erste Ideenansätze zu einer Social Media Kampagne an easyvote. Jede Idee hatte ein Insight als Grundlage, wie z.B. von einer Abstimmung bis zur Implementierung im Gesetzbuch dauert es Jahre.



Easyvote gefiel der „Plant your vote“ Ansatz sehr. Beim ersten Treffen wurde aber sehr schnell klar, dass der Ansatz „Plant your vote“ so nicht weiterentwickelt werden konnte. Während meinem Email mit den vier Ideenansätzen und dem ersten persönlichen Gespräch mit easyvote hatte der Bundesrat verkündet, dass die Energieinitiative am 21. Mai vor das Volk kommt. Mit der Energieinitiative und einer Kampagne die "Plant your vote" heissen sollte, konnte die Neutralität von easyvote nicht gewährleistet werden. Dieser Input war für mich sofort ersichtlich. Easyvotes Vorschlag:  statt „pflanzen“ könnte das Thema „bauen“ sein und somit könnte der neue Ansatz "Build your Switzerland" heissen. Dieser Ansatz wurde dann aber von mir nach einigen Wochen, aufgrund von Bedenken meinerseits verworfen. Der Ideenansatz bei „Build your Switzerland“ war, dass wählende Menschen durch ihre Stimmabgabe sich ihre Schweiz aufbauen/gestalten können. Das Problem sah ich aber dann, dass eine Stimmabgabe nicht garantiert, dass die Abstimmung gewonnen wird, ergo abstimmen ≠ erbauen. Ein weiterer Punkt ist, dass die Schweiz nicht nur von abstimmenden Menschen aufgebaut wird. Sie wird auch geprägt von Menschen die nicht abstimmen können oder dürfen, weil sie nicht mündig sind oder keinen Schweizer Pass haben. Der letzte bedenkliche Punkt war, dass die "Build your Switzerland" Idee einen nationalistischen Geschmack hatte, mit dem sich easyvote sicherlich nicht in Verbindung bringen wollte. Aufgrund dieser Bedenken schlug ich easyvote einen anderen, schon präsentierten Ansatz „Wer nicht stimmt, wird bestimmt“ vor. Auf diesen Ansatz wird hier aber nicht mehr näher eingegangen, da dieser Ansatz easyvote nicht restlos überzeugte.

Wegen den Zweifel an der "Build your Switzerland" Idee musste eine neue Idee her. Der Gedankenblitz kam mir während dem Arbeiten im Restaurant, als ich einen Kunden hatte, der sich nicht entscheiden konnte. Ich dachte mir, dass fast jeder von uns einer dieser Freunde hat, der sich nicht entscheiden kann. Da kam mir die Idee zu #Jein. Neben der eigentlichen Idee habe ich easyvote auch vier Punkte präsentiert, die ich gerne mit der Kampagne erreichen möchte. Die Punkte bezogen sich aber nicht auf Social Media Ziele, sondern auf die Gestaltung von ihrem zukünftigen Instagram.






#Jein-Konzept

Die Grundlage des #Jein-Konzeptes sind kurze Werbeclips, die auf Facebook und Instagram geschaltet werden. Das #Jein Konzept stellt alltägliche Fragen in den Mittelpunkt, die normalerweise klar mit einem Ja oder einem Nein beantwortet werden. Diese Fragen werden dann aber mit einer Mischantwort beantwortet (Jein), wodurch ein lustiger Hä-Moment entsteht (und Leute dazu animieren sollte, ihre Freunde zu taggen).
Aufgrund der Komplexität der politischen Vorlagen haben junge StimmbürgerInnen Probleme sich zu entscheiden. Sie entsprechen somit dem #Jein-Zustand. Easyvote versucht genau diesen Zustand durch ihre Arbeit zu lösen, womit der Slogan „Schluss mit #Jein!“ perfekt zu easyvote passt.
Ziel der Werbeclips ist die Online-Präsenz und den Bekanntheitsgrad von easyvote zu steigern.
Die Fragen werden von drei Personen gestellt. Die Beziehung zwischen den drei Personen soll durch die Art der Fragen definiert werden. Die geplanten Rollen sind Freundin, Freund und Mutter der Freundin.
Ursprünglich war von meiner Seite geplant, dass die Kampagne nur in der Deutschschweiz durchgeführt wird. Nach dem präsentieren des Storyboards, wollte Flavio (Chef easyvote) die Kampagne aber unbedingt national machen, da er der Überzeugung war, dass die West und die Italienische Schweiz sehr auf die Gestaltung ansprechen würden. Die Dreisprachigkeit war bis anhin ein wichtiger Bestandteil auf Facebook und auch für Instagram war geplant, mit dem Einsetzen der Kampagne alle Beiträge dreisprachig zu gestalten. Somit liess sich die Dreisprachigkeit der #Jein-Kampagne gut mit dem Konzept vereinbaren.


Folgende Fragen werden verwendet:

Freund
 - Willst du mich heiraten?
- Kann ich mir mal deine Browser History anschauen?
- Findest du mich zu dick?
- Weisst du, über was wir abstimmen?

 - Veux-tu m’épouser?
 - Puis-je regarder ton Browser History?
 - Me trouves-tu trop gros?
 - Sais-tu sur quoi nous devons voter ?

 - Vuoi sposarmi?
 - Posso dare un’occhiata alla tua history?
 - Mi trovi grasso?
 - Sai su cosa votiamo?



Freundin
- Verdienst du genug?
- Bist du für das neue Energiegesetz?
- Liebst du mich noch?
- Magst du meine Eltern?

 - Gagnes-tu assez ?
 - Es-tu pour la nouvelle loi énergétique ?
 - M’aimes-tu encore ?
 - Apprécies-tu mes parents ?

 - Guadagni abbastanza?
 - Sei a favore della nuova legge sull’energia?
 - Mi ami ancora?
 - Ti piacciono i miei genitori?


Mutter
- Hast du schon abgestimmt?
- Magst du deinen Chef?
- Hast du Alkohol getrunken?
- Machst du auch Netflix&Chill?

 - As-tu déjà voté?
 - Apprécies-tu ton chef ?
 - As-tu bu de l’alcool ?
 - Fais-tu Netflix et Chill ?

 - Sei già andata a votare?
 - Ti piace il tuo capo?
 - Hai bevuto alcolici?
 - Fai anche tu Netflix & Chill?


Storyboard

Für mich war es wichtig, dass die Videos einen Stopping-Effekt haben. Dies wollte ich mit den knalligen Farben pink und hellblau erreichen, die ich aus dem easyvote-CI entnommen habe.  Diese Farben waren die Grundlage des Designs. Ein weiterer Eyecatcher sind die angeschnittenen Gesichter der Darsteller. Sie schauen direkt in die Kamera und unterstreichen ihre Jein-Antwort mit einem verwunderten Gesichtsausdruck. Ein weiterer Punkt beim Erstellen des Storyboards war die Darstellung der Fragen. Da viele Videos auf Social Media ohne Ton abgespielt werden, platzierte ich die Fragen schriftlich im Video, damit sie auch ohne Ton funktionierten würden.


definitives Storyboard:


Storyboard-Evolution: